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Aus Kreidestrichen wurde später gedruckte Kalenderkunst

Ideal passend zur bald beginnenden Adventszeit zeigt derzeit eine Sonderschau in der Gemeindebücherei Wendelstein anhand etlicher Beispiele aus verschiedenen Jahrzehnten anschaulich die Geschichte und Entwicklung des Adventskalenders. Anläßlich der Eröffnung war auch Jürgen Lehner als leidenschaftlich sammelnder Besitzer der teilweise schon mehr als 80 Jahre alten Exponate und Fachmann dieses Themas in die Bücherei gekommen und gab interessante Einblicke in die Entstehung und Entwicklung dieses „Kultobjekts“, das in Deutschland zum festen Bestandteil der Adventstraditionen gehört.


Schon vor Jahren, als die Adventskalender-Sammlung von Jürgen Lehner in einem Museum in der Region zu sehen war, so Büchereileiterin Helga Löhlein bei der Begrüßung zur Ausstellungseröffnung, habe sie sich geschworen, diese Sammlung irgendwann auch in der Gemeindebücherei in Wendelstein zu zeigen. Jetzt werde dieser Wunsch endlich wahr, weshalb sie sich besonders freue, den Büchereibesuchern diese Sammlung präsentieren zu können. Ihr besonderer Dank galt dabei dem Sammler Jürgen Lehner als Leihgeber und seiner Tochter Kathrin Eckert, die gemeinsam die Exponate in der Bücherei als informative Ausstellung eingerichtet hatten.


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Jürgen Lehner oblag auch als Fachmann zu diesem Thema ein kurzweiliger Rückblick auf die Entstehung und Entwicklung des „Adventskalenders“. Um den Kindern die Vorfreude in den vier Wochen vom Ende des alten Kirchenjahres bis zum Weihnachtsfest zu erleichtern, wurden als eine der Vorläuferideen im 19. Jahrhundert 24 Kreidestriche an die Wand gezeichnet und täglich durfte einer weggestrichen werden.

Ein anderes Brauchtum war es, täglich in diesen vier Wochen einen Strohhalm in die leere Krippe der Weihnachtskrippe zu legen, damit das Christkind am 24.12. dann auch möglichst weich in der Krippe liegen könne.


Erste gedruckte „Weihnachtskalender“ in den Jahren nach 1900

In den Jahren nach 1900 wurde begonnen, „Weihnachtskalender“ zu drucken mit einem Deckblatt und zugehörigen täglichen Geschichten und in den 1920er Jahren bekamen diese Kalender ihre bis heute prägende Erscheinungsweise mit den täglichen Türchen zum Öffnen. Es dauerte aber noch bis in die ersten Jahre des „Wirtschaftswunders“, bis die üblichen Bilder und Sprüche hinter den Türchen endgültig Schokoladestücken wichen, zumal schon in den 1930er Jahren der „Adventskalender“ über Deutschland hinaus seinen Siegeszug als „Kultobjekt“ der Adventszeit begonnen hatte. Inzwischen, so Lehner, gebe es eine fast unübersehbare Bandbreite.


Adventskalender gebe es heute für Kinder wie für Erwachsene: Für Kinder mit Überraschungen von Playmobil oder Lego und anderem Spielzeug, für Männer gebe es „Adventskalender“ in Form von großen Kartons mit 24 Bierflaschen hinter dem Türchen und für Frauen exklusive und fast unbezahlbare Exemplare mit z.B. Schmuck als Überraschung. Auf die Idee, diese Sammlung zu beginnen, so Jürgen Lehner, sei er überhaupt erst gekommen, als er im Nachlass seiner Großmutter genau den „Weihnachtskalender“ in Buchform mit täglichen Geschichten wiederfand, aus dem ihm diese in seiner eigenen Kindheit immer vorgelesen habe.


Neben Büchern als idealer inhaltlicher Ergänzung zum Thema „Adventszeit“ stehen in der neuen Ausstellung vor allem die mehr als 30 Adventskalender als spannende Exponate der Zeitgeschichte aus mehr als 80 Jahren und in verschiedener Größe wie Gestaltung im Mittelpunkt. Mehrere Texttafeln in der Büchereischau informieren zudem gut zusammengefasst über Entstehung und Entwicklung des Adventskalenders seit dessen nachgewiesener „Erfindung“ vor mehr als 150 Jahren. Die empfehlenswerte Ausstellung ist immer zu den Öffnungszeiten der Gemeindebücherei bis zum Samstag, 4. Januar 2020, zu besichtigen.

Bericht & Fotos: Dr. Jörg Ruthrof


Die Ausstellung über Adventskalender in der Gemeindebücherei Wendelstein, Marktstraße 1, ist bis Sa. 04.01.2020 zu besichtigen und an folgenden Wochentagen geöffnet: Montag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag 15-20 Uhr, Mittwoch 15-18 Uhr, Donnerstag 9-12 Uhr, Freitag 15-18 Uhr und Samstag 9-12 Uhr sowie am Donnerstag, 1.Mai, von 11-17 Uhr; weitere Informationen unter der Telefon-Nr. 09129/401-129 oder per e-mail: buecherei@wendelstein.de


Büchereischau


Bei der Eröffnung der neuen Sonderschau über Adventskalender in der Gemeindebücherei begrüßte und dankte Büchereileiterin Helga Löhlein (rechts) vor dem Hintergrund eines überdimensionalen Kalenderexemplars besonders Jürgen Lehner (links) als Leihgeber und Organisator der Ausstellung für seine „Schätze“ aus mehr als 80 Jahren dieser „Kalendergeschichte(n). Jürgen Lehner informierte zudem bei der Eröffnung über die Geschichte und Entwicklung des Adventskalenders.

Letzte Änderung: 28.11.2019 16:26 Uhr