Zentrale Wärmeversorgung mit BHKW

Die Marktgemeinde Wendelstein plant bei Sorg ein kleines Wohnbaugebiet für junge Familien. In der Juni-Sitzung stellte Prof. Dr. Markus Brautsch vom Institut für Energietechnik (IfE) an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden Varianten für ein energetisches Erschließungskonzept vor.


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Die Energiewende kann nur gelingen, wenn auch vor Ort viele Schritte unternommen werden. Ein Beispiel der Marktgemeinde Wendelstein ist die Absicht, für das geplante Baugebiet bei Sorg ein Strom- und Wärmenetz zur Versorgung aller Wohngebäude als Arealnetz zu installieren. Dies ist unter anderem ein Ausfluss aus dem Wendelsteiner Energienutzungsplan.


Im neuen Baugebiet sollen nach den Planungen 17 Einzel- und Doppelhäuser entstehen (wir berichteten). Mit einem nachhaltigen energetischen Konzept wird die für eine Wohnnutzung benötigte Wärme und elektrische Energie möglichst vor Ort klimaneutral erzeugt, so Brautsch. Damit die Wirtschaftlichkeit gewahrt bleibt, müssen alle künftigen Hauseigentümer im Rahmen eines Anschluss- und Benutzungszwanges die zentrale Wärmeversorgung nutzen. Eigene Heizungen oder ergänzende Wärmeversorgungseinrichtungen sind nicht zulässig. Zudem sind von den Hauseigentümern Dachflächen für Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung zur Verfügung zu stellen.


Prof. Brautsch stellte im Gremium verschiedene Varianten zur zentralen Energieversorgung vor. Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit einem Pelltet-Spitzenlastkessel oder mit einem Erdgas-Spitzenlastkessel, ein Erdgas-BHKW mit einem Erdgas-Spitzenlastkessel, ein Biomethan-BHKW mit einem Biomethan-Spitzenlastkessel sowie einen Pelletkessel mit einem Pellet-Spitzenlastkessel. Untersucht wurden, neben diesen fünf zentralen Versorgungsmöglichkeiten, auch zwei dezentrale Varianten: Eine Luft-Wärmepumpe und ein Pelletkessel. Bei der Wirtschaftlichkeit schnitten die zentralen Varianten durchwegs besser ab, als individuelle Einzellösungen für jedes Objekt.


Der Bau- und Umweltausschuss beauftragte die Verwaltung in Zusammenarbeit mit den Gemeindewerken Wendelstein von den vorgestellten zentralen Wärmeversorgungskonzepten die „BHKW-Variante“ weiterzuverfolgen und die Umsetzung vorzubereiten. Soweit das BHKW mit Biomethangas betreiben wird, verbessert sich ökologische Bilanz zusätzlich, erklärte Brautsch. Das nachhaltige Energiekonzept wird Vorbildcharakter haben, zeigte sich Bürgermeister Werner Langhans überzeugt. Die Vergabekriterien zum Kauf der Grundstücke werden vom Marktgemeinderat in einer der nächsten Sitzungen festgelegt.

Letzte Änderung: 26.06.2018 11:16 Uhr