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Röthenbach bei St. Wolfgang

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Röthenbach verdankt der Zeidlerei (Imkerei) seinen Ursprung und seinen Aufschwung. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man weiß, dass der Nürnberger Reichswald als des "Heiligen Römischen Reiches Bienengarten", also als ertragreicher Bienenwald, galt.

Der Reichswald bot Holz für die Arbeiter im Winter und Nahrung für die Bienen. So siedelten Beauftragte des Königs hier Bienenzüchter an, die die Versorgung mit Honig sicherten. Im benachbarten Nürnberg wäre die Herstellung der berühmten Lebkuchen ohne den Honig aus Röthenbach nicht denkbar gewesen.

Einer der beiden alten Höfe lag im Bereich des heutigen Ortes Röthenbach bei St. Wolfgang, der andere beim Gut Kugelhammer. Hier bestand schon früh eine Mühle mit Hammerwerk, in dem Kugeln hergestellt wurden. Zu deren Schutz wurde Anfang des 14. Jahrhunderts ein festes Haus gebaut. Verschiedene Nürnberger Patrizierfamilien erwarben nacheinander den „Kugelhammer“, 1607/08 erhielt das nach einem Brand zerstörte Schlösschen beim Wiederaufbau seine heutige Gestalt. Idyllisch liegt das Schloss Kugelhammer direkt neben dem alten Kanal in Röthenbach. Inmitten eines herrlichen Anwesens steht das imposante Gebäude, das sich heute im Besitz der Schlüsselfelder´schen Familienstiftung befindet.


Am Sandsteinfelsen bei Kugelhammer führt der Ludwig-Donau-Main-Kanal vorbei. Südlich des Schlosses lag am Gauchsbach eine St.-Wolfgangs-Kapelle über einem ins Gestein gehauenen Quellenraum. Mit der Reformation verlor sich die Verehrung der Heiligen, die Kapelle verkam, der Quellraum wurde zur Fischgrube. Bei der Hochwasser-Katastrophe von 1732 wurde auch die Wolfgangskapelle weggerissen. Erhalten blieb nur der Zusatz „bei St. Wolfgang“ zum Namen des Ortes Röthenbach.


Über Jahrhunderte hinweg hat die geographische Lage an der Alten Salzstraße von Nürnberg nach Bad Reichenhall und Salzburg dem Ort Röthenbach b. St. W. seine Bedeutung verliehen. Durch den lebhaften Handelsverkehr entstanden zahlreiche Gastwirtschaften, in denen Fuhrleute und Reisende Rast einlegten, sowie ein Krämerladen und eine Poststelle.

Noch heute wird der Ort geprägt durch die alten Gast- und Raststätten an der Salzstraße, den Kanal, die Wolfgangskirche und das Schloss Kugelhammer.


 

Schlossherr Heinrich Meixner ließ 1465 bis 1468 die St. Wolfgangskirche erbauen. Von 1700 stammen die volkstümlichen Malereien an der Emporenbrüstung in der Kirche. Zahlreiche Wappen und Epitaphien berichten von in Röthenbach bei St. Wolfgang ehemals begüterten Familien. Von großer kulturhistorischer Bedeutung ist der sogenannte "Schlupfaltar". Man erhoffte sich im Mittelalter bei einer Krankheit Heilung, indem man kranke Körperteile in die Öffnung des Altars steckte.

 

Letzte Änderung: 24.05.2012 09:18 Uhr